Sobald man formuliert "ich bin wütend" - spricht die eigene resonante Ego Komponente.
Zur Erklärung:
Das "Ich bin" ist der reine göttliche Wesensteil - Eigenschaftslos. Nun kommt eine Eigenschaft der Dualität hinzu - wütend, eine Illusion.
Sobald ich meinen göttlichen Wesenteil mit einer Eigenschaft identifiziere werde ich an die Illusion gebunden (Ego), außer die Eigenschaft dient zur Neutralisierung einer aus der Mitte gekommen Eigenschaft oder ist mit dem göttlichen identifiziert (vgl. hierzu die "Zwillingseigenschaften").
Was ist dann der "heilige Zorn"? Es ist jener Zorn, der einem die notwendige Kraft gibt, eine gefährliche oder schwierige Situation zu entschärfen, welche selbstsicheres Vorgehen erfordert (z.B. Nothilfe). Es ist aber nur dann heiliger Zorn, wenn ich selbst ("Ich bin") dabei in meiner Mitte bin. Ja, dies gibt es. Es bedeutet ich spüre die Wut aus dem untersten Chakra hochsteigen, mein Herz ist aber dem Empfänger gegenüber offen ("Ich kann diesen umarmen").
Bin ich aber mit meiner Wut identifiziert ("Ich kann denjenigen auf den Mond schießen") hat es nichts mit heiligem Zorn zu tun, sondern es ist eine vielleicht mir noch unbekannte Spielart des eigenen Egos.
Denn nichts im illusionären Außen kann das Höhere Selbst die göttliche Sicht madig machen, dies kann nur das eigene Ego. Das Höhere Selbst sieht in allem und jeden jenen wunderbaren göttlichen Urgrund, der unendlich geliebt wird. Das Höhere Selbst sieht das Höhere Selbst. Das Ego sieht das Ego.
Heiliger Zorn ist wenn das Höhere Selbst eine Kraft bereitstellt um eine gefährliche Situation, die durch das Ego eines anderen ausgelöst wurde zu entschärfen ohne aber dabei die göttliche Sicht zu verlieren. Das Ego jedoch sieht das Ego und liefert wunderbare Erklärungen warum es rechtens war "dass ich so wütend war, weil der andere so und so war" - das Ego sieht das Ego.