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Antwort von Matthias:
Einige Menschen begeben sich auf einem neuen Weg, nachdem sie diesen eingehend geprüft haben ob dieser ihrem eigenen derzeitigen Sein entspricht. Andere fangen voller Freude an, prüfen wenig und sind voller Eifer bei der Sache. Bei beiden jedoch gibt es immer wieder Situationen, in welchen Menschen in wichtigen Prozessen diese abbrechen. Dies kann im Stillen geschehen, oder auch laut gestikulierend. Genau um jenes "eine Sache nicht zu Ende bringen" geht es hier. Der Fachbegriff lautet: Prokrastination Die Wiki sagt dazu: Manche Menschen sind wesensbedingt erhöht motivationsabhängig, sie schaffen es nur unter großer Überwindung, Tätigkeiten, die als langweilig empfunden werden (und deren Gewinn erst sekundär oder zukünftig entsteht), in Angriff zu nehmen. Dabei sind sich die Betroffenen der ihnen durch das Verschieben entstehenden persönlichen Nachteile durchaus bewusst, was Unlust oder sogar Angst auslöst, die aber als Negativgefühle ihrerseits das In-Aktion-Treten erschweren oder gar unmöglich machen. Ein Teufelskreis kann entstehen, indem man immer wieder den Vorsatz fasst, die unangenehmen Aufgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen – diesen jedoch wieder und wieder verstreichen lässt. Dadurch können Angst, Scham und Druckgefühl ansteigen, die ihrerseits wiederum das In-Aktion-Treten untergraben. Die unangenehmen Gefühle, die den Betroffenen von einer Aufgabe abhalten, entstehen demnach u. a. durch unklare Prioritätensetzung, schlechte Organisation, Impulsivität, mangelnde Sorgfalt, Abneigung gegen Aufgaben durch Langeweile, Ängste und Perfektionismus. Kognitiv gesehen findet häufig eine dysfunktionale Verzerrung beim Betroffenen statt: Schlechte Einschätzung von Zeiten, Überschätzen der Wirkung zukünftiger motivationaler Zustände, Unterschätzen des Zusammenhanges zwischen einer Aufgabe und den Gefühlen, die zu dieser in Verbindung stehen. Teils liegt die Haltung zugrunde, dass Arbeit nur dann etwas bringe, wenn man in der „richtigen Stimmung“ sei. Ich selber hatte in meiner Vergangenheit jene Thematik: es war mir (fast) unmöglich eine Sache zu Ende zu bringen. Diesen Zyklus habe ich erst im zweiten Anlauf bei meinem Studium durchbrochen. Ich war zwar am Anfang nie motivationslos, ganz im Gegenteil - ich war übermotiviert. Doch irgendwann kam ein interessanter Punkt: Für mich war die Situation "nicht mehr stimmig". Soweit stimmte damals für mich die Wiki Aussage "Teils liegt die Haltung zugrunde, dass Arbeit nur dann etwas bringe, wenn man in der „richtigen Stimmung“ sei." Das Abbrechen, das Aufhören weil etwas "nicht mehr stimmig" ist hat aber sehr oft damit zu tun, dass zu einem gewissen Zeitpunkt Veränderungen geschehen, die ich nicht wahrhaben will, ich in meinem alten Muster verbleiben will. Dies kann ein Bekanntenkreis sein, dies kann eine Arbeitsweise, ja dies kann eine Lebensweise sein. Ähnlich einem Studenten in einer Studentenwohnung, der ein Student bleiben will. Und schon ist der Abschluss, der Eintritt in die Arbeitswelt nicht mehr stimmig - unterbewusst nicht bewusst! Ich rate daher bei Abbrüchen von Dingen zur Vorsicht: überprüft ob ihr schon mehrere Dinge abgebrochen habt, sei es Ausbildungen, Berufe, Beziehungen etc. Wenn ich dazu tendiere Dinge abzubrechen, dann setzt euch ein Ziel irgendetwas nicht abzubrechen um nur einmal den Kreislauf des Widerstandes zu durchbrechen. Bei Gott weiß ich, wie schwierig das ist, wenn man ein notorischer Abbrecher ist. Damals als ich "abbrechend" lebte sah ich meine Handlungsweise als "freien Willen", "Fähigkeit zur Veränderung (Ja, ich hatte über die Veränderung reflektiert)" und weitere positive Attribute konnte ich benennen. Alles andere, etwas zu Ende zu bringen empfand ich als einengend oder eingrenzend. Stetigkeit im Geist, Handeln und Fühlen war mit unbekannt. Emotionen durchliefen ein Hoch und wieder ein Tief. Letztendlich brach ich immer dann etwas ab, wenn ich das Gefühl, den Gedanken oder eine Handlung im Außen ortete, die mir scheinbar "Zügel" auferlegten. Doch Baba sagte einst genau dazu: Nur das wilde Tier, das Ego wird gezügelt. Nicht mehr nicht weniger.
Woher kommt die Aversion gegen "gezügelt" werden? Sehr oft durch einen "Machtmissbrauch" in unserer Kindheit durch die eigenen Eltern - wenn Regeln und/oder Grenzen oft aus Unwissenheit falsch gesetzt wurden. Doch dies zeigt, der Fehler liegt nicht in "der Grenze" sondern im Missbrauch in der Art des Setzens der Grenze. Dieses Gerüst der Stetigkeit in Gedanken, Worte und Taten hilft dem Höheren Selbst frei durch uns zu fließen. Dies ist auch der Grund wieso die großen Weisen sich in Selbstdisziplin übten. Doch oftmals wird dieser Schritt als unangenehm empfunden, weil die Erfahrung fehlt zu wissen, was danach - in einer geänderten Lebensweise - emotional, mental und physisch neu auf uns zukommt. Und so bleibt auch hier wiederum Gott zu vertrauen. Es kommt etwas Wunderbares, Glorreiches und Schönes, wenn man diese Hürde - stetig zu werden - einmal überwunden hat.
Gerade hier ist die Affirmationsarbeit (siehe Befreie dich selbst!) sehr dienlich um dieses Muster erfolgreich zu überwinden.
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Kommentare
vielen Dank für diese Botschaft. Ich bin über euren Newsletter drauf gestoßen. Danke vor allem für den letzten Absatz. Hast du den für mich geschrieben?
Es kommt etwas Wunderbares, Glorreiches und Schönes...
Umarmung von Herzen
Michael
toller Artikel! DANKE! Diese Zeilen habe ich wirklich gebraucht! Aber das weißt du eh..
lg Sigrid
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