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Immer wieder hören wir in der heutigen Zeit Stellungnahmen zum Thema freie Liebe. Worum geht es und was sagen wir dazu?
Antwort von Matthias:
- Es gibt einige energetisch gesehen scheinbar entwickelte Geistheiler, die der Ansicht sind, dass jegliche "Moral-Vorstellungen" eine Einschränkung der frei fließenden Liebe seien.
- Mehr noch, "sie hätten so viel Liebe zu geben", wieso diese auf einen Menschen beschränken?
- Des weiteren wird gesagt, dass, wenn es durch ihr Verhalten zu Verletzungen kommt, dies reine Resonanz des Verletzten sei und jeder "eigenverantwortlich" handeln soll und der Verletzte offensichtlich selbst etwas falsch gemacht hat.
Ich teile die oben angeführte Ansicht nicht (die sehr gerne von speziell männlichen Energetikern vertreten wird). Irgendwie klingen die Argumente zwar gut, doch ist dem tatsächlich so?
Persönlich versuche ich mich wie immer an die innere Stimme zu halten und überprüfe dies hinterfragend mit Meistern, die ich schätze: sei es Sathya Sai Baba, Paramahansa Yogananda oder andere erleuchtete Persönlichkeiten. Um es auf den Punkt zu bringen- ich fühle hier das Ego sprechen, wenn die obige Meinung vertreten wird. Warum?
- Ja, ich sehe die harmonische Partnerschaft, in der die Partner ihr Ego auflösen und füreinander da sind, als etwas Heiliges, die frei fließende Liebe zwischen zwei Menschen kann sogar zur Erleuchtung beider Personen führen. Denn von der energetischen Seite her kommt es - sofern man an den Egothemen arbeitet - zu einer Verbindung der sieben Hauptchakren durch helle Bänder der Liebe.
- Heute leben die meisten Menschen durch Unwissen Partnerschaften, in denen leider nur einige wenige der sieben Bänder verbunden sind, wodurch Mangel entsteht und auch gerne dieser Mangel im Außen, durch "zusätzliche" Partner kompensiert wird. Diese Kompensation wird vor allem dann vollbracht, wenn die Bereitschaft fehlt oder Unwissenheit da ist, an den Bändern in der eigenen Partnerschaft zu arbeiten, denn es würde einer Einschränkung des eigenen Egos gleichkommen oder es gestaltet sich als schwierig, mit dem Partner über empfundenen Mangel zu kommunizieren.
- Beziehung bedeutet Arbeit, Band für Band bringt eine "Beziehungsthematik" - deren Ursache im eigenen Ego zu suchen ist - an die Oberfläche. Aussagen wie: "Ich bin nicht geschaffen für eine Partnerschaft" oder "Ich bin ein Mann/Frau für viele Männer/Frauen" entstehen genau auf jener unterbewussten Ebene der eigenen Psyche.
- Wichtig: ich spreche hier nicht über selbstgewählte Beziehungslosigkeit, die im positiven Sinn durch Selbstgenügsamkeit entstehen kann.
Das Argument, ich empfände so viel Liebe, die ich mit vielen teilen will, klingt gut, ist so aber nicht wahrhaftig - ich empfinde Lust (die an sich nichts negatives ist) und andere starke Gefühle, die ich gerne teile. Baba sagt aber hier, dass es sich um die noch unkontrollierte sexuelle Energie handelt, die in Form von Atemübungen, dem alten Weg des Tantra eigentlich dazu verwendet werden sollte, um die Kundalini Energie zu erwecken.
- Dieses falsch verstandene „ich gebe mich vielen hin“, welches als "Liebe" tituliert wird, ist eigentlich eine noch nicht erkannte Form der eigentlichen Wirkung der Kundalini Energie. Denn wäre die sexuelle Energie schon in geistige Energie umgewandelt, würde sich die Frage der freien Liebe nicht mehr stellen.
- Männer/Frauen, die dann mit vielen Frauen/Männer Kontakt haben, wundern sich, wenn es bei einem der Partner zu Verletzungen kommt. Diese Verletzung entsteht durch den Aufbau der ersten Bänder und den unterbewussten Wunsch, diese Bänder zu vervollständigen. Dieses Bedürfnis ist ein heiliges Bedürfnis und ist der Versuch alle sieben Bänder zu harmonisieren. Und jetzt kommt es: Nun folgt das Argument, jeder handelt eigenverantwortlich, wenn du also verletzt wurdest, ist es deine eigene Schuld - wie praktisch!
- Tatsache ist, wenn jemand die "freie Sexualität" lebt, wird er oder sie in Kauf nehmen müssen, dass es irgendwann bei einem der Partner zu Verletzungen kommen wird. Nicht weil das Gegenüber so "zurückgeblieben" ist und nicht eigenverantwortlich gehandelt hat, sondern ganz im Gegenteil, dem natürlichen Herzensempfinden aus LIEBE, dem Aufbau der hellen Bänder zwischen Menschen gefolgt ist. Der noch nicht entwickelte ist eigentlich der die "freie Sexualität" propagierende, da er den Sinn der Sexualität noch nicht erfasst hat.
- Doch woher kommt dann der Drang die "freie Sexualität" zu propagieren? Eigene, nicht aufgearbeitete Beziehungsmuster der Vergangenheit, die sich dem eigentlichen unterbewussten Thema nicht stellen wollen, welche sich dann auch gerne in einem Reformgeist äußern. Sehr viel Schmerz wird dadurch ausgelöst, denn wenn die freie Sexualität scheinbar eigenverantwortlich gelebt wird, kommt sehr oft irgendwann der Zeitpunkt, wo ein Mensch aufgrund des natürlichen Verhaltens "mehr" will. Diese Verletzungen in Kauf zu nehmen, um die eigene "freie Sexualität" leben zu können hat wenig mit wahrhaftiger, tiefer Liebe zu tun, sondern vielmehr mit der Egoverwirklichung auf Kosten anderer.
Persönlich habe ich sehr lange "freie Liebe" unterbewusst als ein Ideal angesehen, in Wirklichkeit aber hatte ich Angst vor den Veränderungen in mir, die eine Partnerschaft der sieben Bänder mit sich bringen kann. "Bleiben wir doch lieber alle eigenverantwortlich und haben Spaß", war mein damaliges Motto und viele Verletzungen waren die Folge.
Es hat gedauert, doch bin ich aus dieser Phase herausgewachsen und habe erkannt, dass sehr viel Weisheit in den Ausführungen der alten Weisen steckt. Baba hat einmal gesagt, das Einzige, was in der Liebe zwischen Menschen eingeschränkt wird, ist das eigene Ego. (Wichtig, ich spreche nicht von problematischen Beziehungen, in denen das eigene Ego das andere Ego zu kontrollieren/tyrannisieren versucht).
Denn eine Partnerschaft zwischen zwei Menschen beinhaltet eine wunderbare wahrhaftige Kraft in Form der bedingungslosen Liebe. Ein heiliges Sakrament. All dies kann ich auch alleine erleben, wenn ich es schaffe das erste und siebente Chakra durch die Arbeit an mir und meinem Ego zu verbinden - denn dann vollzieht sich die heilige Hochzeit des männlichen und weiblichen Pols in mir.
Beide Wege sind möglich, in einer Partnerschaft zwischen zwei Personen oder auch alleine. Letztendlich liegt der tiefe Sinn der "Schlangenenergie", die schlafende Schlange im Wurzelchakra (Sexualität) zu erwecken und durch alle energetischen Zentren bis zum Kronenchakra zu bringen. Dies zu erreichen bedeutet Erleuchtung zu erfahren.
Dabei verbrennt sich die Energie der Lust selbst und wird zur allumfassenden göttlichen Liebe. Egozentrierter Wille, der erdgebunden Lust erlebt wird zu göttlich zentrierten Willen, der Erleuchtung erlebt. Die Glückseligkeit dieses Moments überschreitet das Maß der "normalen" Lust um ein vielfaches.
Dies ist der Grund, dass die Sexualität eine heilige Kraft ist, eben der Schlüssel zum Garten Eden. Der bewusste Mensch wird versuchen, achtsam mit dieser Kraft umzugehen, um die innewohnende Möglichkeit auf seinem Weg zu erfahren. Das Wissen um die Mechanismen und den Sinn ist altbekannt, die Tempelpriester in Ägypten wussten es, die Rosenkreuzer zeigen dies auf ihren mystischen Bildern und viele andere Gesellschaften haben dieses Wissen stets gut behütet und es erst offenbart, wenn der Mensch genug gereift war.
Sehr zu empfehlen zu dieser Thematik ist das Buch von Elisabeth Haich: Yoga und Sex:
"Die berühmte, weltweit anerkannte Yoga-Lehrerin setzt sich in diesem großen Klassiker mit der menschlichen Grundfrage auseinander, inwieweit Spiritualität und Sexualität harmonisch miteinander verbunden werden können. Sie analysiert die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten des Yoga-Weges und kommt zu radikalen Schlussfolgerungen.
Ein Ratgeberbuch, das umfassend und kompetent informiert. Ein Yoga-Lehrwerk, das inspiriert und den Leser zu einer eigenen Stellungnahme herausfordert."
Wer mehr über diese Thematik erfahren möchte, dem empfehle ich das Kapitel über Beziehungen in meinem Buch „Befreie dich selbst!“ zu lesen (siehe Seite 189 ff). Hier beschreibe ich auch den Aufbau der Bänder zwischen Menschen.
Wie wichtig die Liebe ist, wusste schon Laotse:
„Pflichtbewusstsein ohne Liebe macht verdrießlich. Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos. Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart. Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig. Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch. Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch. Ordnung ohne Liebe macht kleinlich. Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch. Macht ohne Liebe macht grausam. Ehre ohne Liebe macht hochmütig. Besitz ohne Liebe macht geizig. Glaube ohne Liebe macht fanatisch.“
Buchtipp:
Matthias A. Exl: Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben. Mankau Verlag, 1. Aufl. August 2008, 16,95 Euro (D)/ 17,50 Euro (A), Hardcover mit Schutzumschlag, 215 S.; ISBN 978-3-938396-19-3
Leserstimmen und Rezensionen findet ihr hier.
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