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Burnout - eine Chance auf Veränderung?

hzs_ps_me03Antwort von Matthias:

Ein Tabuthema unserer Zeit - das Burnout - wird von vielen Menschen nicht als solches erkannt bzw. werden die Symptomatiken verleugnet. Dabei birgt gerade das Burnout die Chance auf Veränderung! Sehr oft dreht es sich in unserem Leben um Arbeit, den Gelderwerb und den damit verbundenen Zeitmangel.  Doch sind wir wirklich glücklich? Das Burnout beantwortet diese Frage.

Persönlich war ich vor ca. neun Jahren davon betroffen... Ich arbeitete in – die Gesellschaft würde sagen - "hoher" Position, studierte "nebenbei", versuchte eine Beziehung zu leben und einiges mehr. Ich hatte viele Ziele, versuchte diese natürlich auch alle zu erreichen.

Irgendwann begannen die scheinbar irrationalen Angstzustände, Nachtschweiß, Magenbeschwerden und noch ein paar „Eigenheiten“ meines Körpers und meiner Seele. Aber natürlich spricht man nicht darüber - ein Zeichen von "Schwäche". Parallel zu dieser Entwicklung verlor ich mehr und mehr Freunde dafür mehrten sich die Small Talk Kontakte...

Am absoluten Tiefpunkt angelangt war auch der Moment da, wo ich nicht mehr wollte - Leben meine ich. Ich werde nicht vergessen als ich im tiefsten Kummer auf einem Hügel meinem Leben ein Ende setzen wollte. Doch - etwas hielt mich zurück, das mir sagte: es ist sinnlos, so zu gehen.

Wie wahr. Also ging ich, woanders hin - nach Hause.


Ich erkannte es gab nur zwei Möglichkeiten für mich: Lasse deine "Seele", dein Träume, dein ganzes Fühlen sterben ODER ändere was dich unglücklich macht.

Veränderung? Angst machte sich noch mehr breit. Da war soviel was mich störte, was ich nicht mochte, was ich nicht aushielt, was ich nicht mehr tun wollte - Wo also anfangen?

Hier verwende ich gerne ein Symbol dafür, es sind Kreise die uns umgeben. Fangen wir klein an, im direkten Kontakt mit mir, wer steht dort? Beziehung? Eltern? Frau? Mann? Kinder? Was tut mir weh? Was macht mich unglücklich? Dies ist der erste kleine Kreis, wo es zu arbeiten gilt.

Hah, doch es ist manchmal nicht so leicht - denn da ist doch zu "wenig Zeit" - man muss doch "arbeiten"... der zweite Kreis.

Sehr oft ist aber genau das Übermaß an Arbeit der reine Fluchtkomplex raus aus dem ersten Kreis. Frei nach - es geht mir besser in der Firma als in meiner Beziehung. Wichtig - dies kann sein, muss nicht sein und auch nicht für jeden gelten. Manchmal werden wahre Beziehungen auch gar nicht gelebt – man hat ja gar keine Zeit für so etwas Altmodisches… und doch sehnen wir uns irgendwie danach.

In jedem Fall gibt es immer einen tiefen Grund, was uns antreibt genau die Dinge zu tun, die uns eigentlich schaden, UNRUHE stiften, MANGEL erzeugen, UNGLÜCK bereiten. Übermäßige Arbeit auf Grund von "Selbstbestätigung" hat sehr oft mit einem geringeren "Selbstwertgefühl" zu tun. Es ist das "Aufmerksamkeit Bekommen Schema über Erfolg". Auch wenn man in diesem Muster nach Außen so wunderbar "den Schein" lebt: es ist und bleibt Schein - nicht Sein. In meinem Fall hatte ich den Schein wunderbar poliert. Dies wurde mir auf meinem Weg von Burnout Symptom zu Burnout Symptom immer klarer.

Nun galt es Ängste vor Veränderung zu bearbeiten - denn die sind das eigentliche Hindernis, warum wir Dinge, die uns schaden nicht verändern - ANGST davor, nicht noch einmal so einen Job zu bekommen, ANGST, nicht genug zu verdienen, ANGST, alleine zu bleiben, wenn ich in der Beziehung meine wahren Gefühle kommuniziere. ANGST vor so vielen Konsequenzen....

Doch genau jene Ängste sitzen im eigenen Unterbewusstsein und können nicht durch SCHEIN in Sicherheit aufgelöst werden, durch Geld befriedigt, durch ein schnelles Auto überfahren oder sonst wie verkauft werden.
Dies geht nur durch den Willen, an sich selbst zu arbeiten, zu erkennen, dass es meine Entscheidungen waren, die mich hierher gebracht haben. Wieso tue ich, was ich tue? Sehr oft finden wir die Ursachen in unserer Kindheit, in Mustern, die wir übernommen haben - DU BIST dein Erfolg, deine Arbeit, die MENGE deiner Arbeit (=Fleiß) u.v.m.

Die Frage ist also, WEM will ich WAS Recht machen? Meinem Vater? Meiner Mutter? Meinen ehemaligen Klassenkameraden?

Es gibt keine Allgemeinformel für jeden, ich versuche nur zum Nachdenken anzuregen. Zu sehen - sofern ich gerade im Burnout stecke - wo ich
zu suchen beginnen kann ...

Bei mir persönlich war es so, dass ich die Antworten auf die Fragen gefunden habe. Ich war in schon zu Schulzeiten meistens der, der beim Turnen bei Spielen nicht "gewählt" wurde... In mir entstand ein Gefühl "es allen zeigen zu wollen" – zu zeigen, dass ich „mehr wert“ war. Dadurch entstand ein tiefer, nicht zu befriedigender Karrierewunsch, der mich zu Höchstleistungen anspornte aber im Burnout endete. Mit dem Erkennen des Problems, verlor dieser Wunsch an Kraft, ich erkannte die "Sinnlosigkeit" meines eigenen Tuns.

Ich erkannte, dass das, nach was wir uns alle sehnen eigentlich nur folgende Dinge sind: „Glücklich sein“ und „Liebe“. Leider sind diese beiden Dinge sehr oft an Ziele geknüpft, die uns krank machen. Und hier bewahrheitet sich, dass man Glück und Liebe nicht kaufen kann. Diese warten nur darauf durch uns in uns erfahren zu werden.

Bei mir selbst hat sich mein Leben drastisch verändert, ich habe es drastisch verändert. Aber genau dadurch beides gefunden - Glück und Liebe. Jeder kann dies, ich muss nur anfangen, mein Leben, meine Handlungen zu hinterfragen und mutig Schritt für Schritt ohne Angst vor der Konsequenz die Dinge ändern. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Aufhören sich „durchzuwursteln“. Meine Erfahrungen mit verschiedenen Auflösetechniken beschreibe ich im Buch "Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben".

Heute kann ich sagen, dass das Burnout mir wahrlich geholfen hat. Wieso musste es zu diesem drastischen Zustand kommen? Sehr einfach, meine eigene Sturheit meinen bisherigen Weg weitergehen zu wollen OHNE mich zu verändern hatte drastischere Mittel notwendig gemacht. Vorher wollte ich einfach nicht hören. Ich brauchte das Burnout um zu verstehen. Die Entscheidung vor der ich also stehe ist – kann ich den tiefen Sinn des Burnouts für mein Leben annehmen oder sehe ich die Situation nur als lästiges Phänomen, welches mich abhält so weiter zu machen wie bisher? Diese Frage könnt Ihr nur im Herzen beantworten. Helfen kann euch bei dieser Reflektion - wie ich so oft erwähne - das Erkunden der Zwillingseigenschaften aus meinem Buch "Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben".

Ich wünsche Euch von Herzen alles erdenkliche Gute, sodass Ihr mit Mut, Ausdauer und Hingabe euer ganz persönliches Glück und die Liebe findet und lebt.

von Herzen alles Liebe,

Matthias