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Gibt es eine eigene (schlechte) Meinung über etwas?

hzs_ps_me03Antwort von Matthias:

Ein Beispiel: man erkennt einen Fehler bei seinem eigenen Verhalten. Man übernimmt Verantwortung für diesen Fehler. Man erkennt, wo etwas unrund gelaufen ist und korrigiert es. Leider ist manchmal die Reaktion, dass Beteiligte dies weder wahrnehmen oder resonant "unzufrieden" mit der Art der Einsicht sind (=eigenes Thema). Oder aber auch man lebt in seiner speziellen Art und im Freundes-, Familien- oder Bekanntenkreis wird die eigene Lebensweise nicht anerkannt und man erhält dazu negatives Feedback: "wenn du anders wärst, ging es uns besser". Wenn wir uns nicht gemäß der Vorstellung unserer Mitmenschen verhalten beginnt das schlechte Sprechen, das Schwatzen und die Gerüchte... Fühle ich mich durch das Gerede verletzt, reagiere ich resonant und es ist auch mein eigenes Lernthema. Herrscht Ruhe und Zufriedenheit fließt auch das Geschwatze durch einen selbst durch, man wird vom Schlamm nicht berührt.

Doch auch wir werden zu "Tätern", dann nämlich, wenn das Schwatzen in uns überhand nimmt. Ich rede ausnahmslos dann über irgendjemanden oder etwas schlecht, wenn ich resonant (=nicht ausgeheilt) bin. Dies ist ausschließlich mein eigenes Thema, da meine subjektive Wahrnehmung und mein Schmerz. Ich kann andere Menschen nicht die Verantwortung für mein Leben, mein Glück, meinen Schmerz oder andere Aspekte meines Lebens übertragen. Ja, dies betrifft auch Berufsgruppen, Menschen, die wir gar nicht kennen, Bewohner anderer Länder und vieles mehr. Das schlechte Reden ist eine Projektion des eigenen inneren Schmerzes auf eine Projektionsfläche, welche individuell dem Schmerz entsprechend gewählt wird. Empfinde ich in meinem eigenen Leben Stress, einen Mangel an Ruhe könnte ich über Berufsgruppen klagen, die scheinbar mehr Freizeit haben und dies vielleicht mit Attributen wie "unverdiente Freizeit", "die tun ja nichts für..." untermauern.  Bezichtige ich andere Menschen der  Lüge, des Betrugs oder Unehrenhaftigkeit schwingt in mir etwas, dass darauf resonant reagiert. Wo bin ich selbst nicht ehrlich? Spiele ich anderen Menschen etwas vor? Funktioniere ich und will eigentlich leben? Betrüge ich mich selbst? All dies verursacht Projektionen von Schmerz und Unordnung im eigenen Leben auf unsere Mitmenschen.

Bin ich unzufrieden, muss ich die Quelle der Unzufriedenheit in mir finden und bereinigen. Tue ich dies, kommt Ruhe in mein eigenes Leben. Tue ich es nicht, herrscht Unruhe und ich habe Grund zum Schwatzen. Das Schwatzen ist nämlich auch ein "zwingen wollen", dass Botschaften irgendwo ankommen, das Gegenüber zwingen wollen "sich in einer bestimmten Weise" zu verhalten. Es ist ein zwingen wollen: "werde einsichtig".

Dies ist weder wahrhaftig noch liebevoll, es hat auch nichts mit eigener Meinung zu tun. Es ist die Projektion von eigenem Schmerz auf Dritte, ein Versuch diese Energie abzubauen.

Die einzige relevante Fragen, die ich mir jeden Abend stellen sollte sind daher:

- Habe ich für mich ein reines Gewissen?

- Kann ich mich in den Spiegel schauen?

- Wann habe ich gelogen? Wann habe ich verurteilt? Wann habe ich schlecht gesprochen? etc.

Für mich persönlich ist es so, dass ich mir diese Fragen jeden Abend stelle. Ist Ruhe ist es gut so, ist Unruhe korrigiere ich es. Und dabei habe ich keinerlei Erwartung mehr, dass mein Mitmensch sich in irgendeiner bestimmten Weise zu verhalten hat. Es ist sein Gewissen und seine Ruhe.

Ein weiteres Beispiel:

Wir haben sehr oft in unserem Leben Menschen, die glauben, mit Sabine und mir zu streiten. Meistens geschieht dies, wenn wir eine "nicht gutierte" Handlung gesetzt haben.
Das einfachste Beispiel ist die Arbeit von uns fünf Moderatoren im Lichtform (http://www.licht-forum.org). Wir setzen Handlungen nur, wenn wir diese einstimmig vertreten können. Das Spannende ist, dass wir nach einer Handlung (wie zum Beispiel einer Sperre eines Benutzers) von manchen der über 400 Personen Feedback bekommen:

- Danke, das war schon lange notwendig.
- Jetzt geht es mir besser
- Das verstehe ich nicht, wieso habt ihr...
- Ihr seid Machtmenschen, wie konntet ihr nur...

Diese Art des Feedbacks kommt gleichzeitig. Je nach Befindlichkeit der Schreiber. Wenn es negatives Feedback ist, "scheint" es Streit zwischen dem Schreiber und uns. Die Frage wiederum ist, haben wir fünf ein reines Gewissen, ja oder nein?

Wenn ja, fliesst positives wie negatives Feedback durch uns durch.
Wenn nein, reagieren wir resonant (sei es verletzt, wütend etc.) und müssen uns natürlich ebenso hinterfragen, was wir im Moderatoren Forum sehr oft tun.

Es zeigt sehr schön, wie Ursache und Wirkung in den Menschen unterschiedlich wahrgenommen wird und so bleibt genau das übrig, was Sabine einmal geschrieben hat:

"Und ob ich wahrhaftig bin, das kann schließlich nur Gott beantworten, bzw. mein göttlicher Teil in mir. Damit ich diesen höre, sollte ich frei von Resonanzen und negativen Gefühlen und Handlungen sein."


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