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Opfer sind arm, Täter sind schlecht? Ist das wirklich so?
Eine der schwierigsten und am meist diskutierten Fragen am spirituellen Weg ist die Frage nach Opfern und Tätern, einem scheinbaren Ungleichgewicht in der Welt. Die Finger werden schnell auf "das Böse" gezeigt während man selbst sich als "besser" fühlt, da man eine Tat nicht begehen würde. Doch ist dies wirklich so? Kann ein Opfer ein Täter sein und umgekehrt? Dieser Artikel behandelt die schwierige Frage des Ungleichgewichts in der menschlichen Psyche.
Was ist ein Opfer, was ein Täter? Immer dann, wenn wir uns aus der Mitte in eine Polarität bewegen entsteht ein Ungleichgewicht in uns. Ist diese Bewegung in Richtung passive Seite – z.B. Unterwürfigkeit, Sich Demütigen, Sich nicht stellen wollen etc. – habe ich die Voraussetzungen ein Opfer zu werden. Ist diese Bewegung in Richtung aktive Seite – z.B. Tyrannei, Schwatzen, Überheblichkeit – habe ich die Vorraussetzung eine Täterrolle anzunehmen. Eine mögliche Lösung das Ungleichgewicht zu bearbeiten liegt in der Arbeit mit den Zwillingseigenschaften.
Ist ein Opfer gleich ein Täter und umgekehrt?
Beide Rollen sind aus dem Gleichgewicht, nicht in der Mitte, verschoben. Beide Aspekte – Verschiebungen – entstehen ursächlich durch erfahrenen Schmerz. So war auch ein Täter irgendwann Opfer. Der Seele sehnt sich nach Erlösung des Schmerzes und so erfahren wir ein polares Muster, dass uns dazu zwingt, dieses zu erlösen.
Und Kinder, Babys, wie ist es da?
Tatsächlich ist es so, dass es scheinbar kein ursächliches Muster gibt, dass ein Baby Handlungen setzten konnte, die eine Schmerzerfahrung notwendig machen würden. Und dennoch geschieht es. Mir wurde dies einmal auf der astralen Ebene gezeigt, in dem ich ein Täter Muster durchlebte um dann mit dem daraus resultierenden Gefühl umher wandelte. Ich hatte die Wahl zwischen paradiesischen Zuständen oder zurückzukehren in einen Körper, um jenes Gefühl abzubauen. Ich wollte in dem Moment alles tun, um jenes Gefühl zu erlösen – einen Körper nehmen und meine Erfahrung machen. Und so geschah es dann auch.
Gibt es auch Konflikte zwischen Täter oder Opfern und jemanden, der keine Rolle annimmt?
Ja die gibt es. Es geht nicht um äußere Handlung, sondern die innere Befindlichkeit. Christus ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Am Ölberg selbst in der Mitte (weder Täter noch Opfer) wird er mit Peinigern konfrontiert. Solange er selbst in der Mitte war, war er mit dem Vater verbunden (Der Vater und ich sind eins). In dem Moment, in dem er Angst bekam (Vater, lass diesen Kelch an mir vorübergehen) und die Angst zu groß wurde, verlor er kurzzeitig die Verbindung zum Höheren Selbst (Vater, wieso hast du mich verlassen) . Es beschreibt die kurzzeitige Verschiebung aus der göttlichen Mitte hin zu einer Opferrolle. Wieder in die Mitte gekommen ist er den Tätern ausgeliefert, er sieht sie aber nicht als solche an (Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun). Er war in der Mitte, die Täter aus der Mitte. Und genau in dieser Art von Konflikten, wenn man Selbst verbunden ist und einem Täter oder Opfer begegnet, versuchen beide die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Der Täter dadurch, dass er dem in der Mitte seienden versucht zu einzudoktrinieren „dies ist unser beider Problem“, das Opfer dadurch „dass es Unterstützung sucht“. Beides sind „Verbindungsanfragen“ von Seelen, die letztendlich Heilung suchen. Und so bleibt nur das Höhere Selbst – Gott - als Zeuge in der Frage: ·Bin ich selbst in der Mitte (=Verbunden mit dem Höheren Selbst)? ·Wenn ja, dann bin ich weder Opfer noch Täter – ich bin! ·Wenn nein, bin ich aus der Mitte und erlebe Resonanzen (=Lernthema) als Opfer oder als Täter oder abwechselnd. Im Außen sind dazu Beurteilungen über Dritte kaum möglich, da sehr oft von Resonanz geprägt. Bin ich in der Mitte, empfinde gleichgültige Liebe wird es leichter. Ich habe keine (schlechte) Meinung über irgendetwas, ich bin - in der Mitte. Ich nehme wahr, verurteile aber nicht! Und so bleibt wieder nur der eine Satz: Sehe das Gute am Anderen („erlerne Vergebung“) und arbeite an den eigenen Fehlern (denn nur die lassen mich scheinbare Fehler an anderen erkennen).
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