Es gibt viele Wege, das Unbeschreibliche zu erreichen. Diese Wege mögen sich unterscheiden, die Lernthemen jedoch sind unabhängig des eingeschlagenen Weges dieselben. Es gibt gewisse ethische Grundvoraussetzungen, um die absolute Mitte zu erreichen. Es gibt viele unterschiedliche Grade des Mittig sein welche letztendlich in der Erleuchtung, Samadhi, Buddha Natur oder Christusbewusstsein mündet.
Beispiele wären:
- Das Leben ist eine Qual, für jede schöne Minute bezahlst du mit zehn leidenden Minuten.
- Das Leben geht so, nimm dir was du brauchst und es geht einigermaßen.
- Das Leben geht so, was ist aber der Sinn in dieser so schlechten Welt?
- Das Leben ist Umbruch, wer weiß schon was das Leben ist...
- Das Leben ist spannend, neue Perspektiven eröffnen sich, vieles Alte bricht weg, wohin soll das nur führen?
- Mir geht es gut, ich "rege mich nur mehr über wenig auf", das Leben verläuft in geordneten Bahnen.
- Ich bin glücklich, so wie es ist, "habe aber allerlei Grund über gewisse Themen andere Menschen betreffend im Kreis zu diskutieren".
- Ich bin glücklich und sehe viel Gutes an den Anderen - "meistens jedenfalls".
- Ich bin glücklich und sehe das Gute am Anderen und arbeite an meinen eigenen Fehlern.
- Ich bin glücklich
- Ich bin.Zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung wird man Momente des Mittig sein erleben und denken - "das ist es". Dies ist die Natur der subjektiven Empfindung, der nur konstante Reflektion entgegenwirkt.
Wenn ich nun "absolut" in der Mitte bin, wie nehme ich die Umwelt wahr, wie reagiere ich?
Die Seele hat zu diesem Zeitpunkt die Yamas integriert, die moralischen Grundprinzipien mit den verbunden Lernthemen "Wahrhaftigkeit, Rechtschaffenheit, Liebe, Friede, Gewaltlosigkeit, Nichtanhaftung...". Trotzdem übt sich der Weise in konstanter Reflexion, um die positive Demut zu erhalten und keine Rückschläge zu erfahren. Handlungen geschehen nicht mehr auf Grund des Egos, sondern aus dem Höheren Selbst heraus.
Beispiel:
Einer alten Frau wird die Handtasche gestohlen. Ich beobachte es.Möglichkeit 1: Ich spüre Resonanz "Wie kann der Dieb nur....", Handlung oder Nichthandlung geschieht auf Grund des Egos.
Möglichkeit 2: Ich spüre keinerlei Resonanz, Handlung oder Nichthandlung geschieht auf Grund des Höheren Selbst. Was dient jedem Einzelnen ist der bestimmende Faktor.
Es geht dabei niemals um die Handlung im Außen, sondern die innere Einstellung dazu. "Bin ich in der Mitte", friedvoll, gewaltlos, wahrhaftig, rechtschaffend etc.
Auf dem Weg zur Mitte, gibt es Rückfälle?
Ja, die gibt es - oft genug. Das einzige Heilmittel ist die Disziplin, die eben auf dem Weg ebenso ein Lernthema ist. Ein Suchender ohne spirituelle Disziplin ist wie ein wilder Hund, ungezähmt Instinkt gesteuert. Für uns Menschen bedeutet dies "Ausleben des ungezähmten Egos" bis das Korrektiv "Leid" meine Blickrichtung - manchmal nur für kurze Zeit - ändert. Spirituelle Disziplin bedeutet, konstante Selbstreflexion über Dinge im Leben, die "nicht rund" laufen = Korrektiv. Läuft alles Rund, habe ich offensichtlich etwas richtig gemacht :)
Ein Beispiel:
Lange hatte der Suchende daran gearbeitet, die üble Nachrede in den Griff zu bekommen, mit gutem Erfolg - "mir geschieht dies nicht mehr". Er fühlt sich absolut in der Mitte, es gibt scheinbar nichts oder wenig zu tun. Die Umwelt reagiert dennoch kritisch, nimmt andere Dinge wahr, leistet Widerstand. Der Suchende fühlt sich bestätigt, man will ihn ja nur ausbremsen. Der kritische Blick geht verloren, die Selbstreflexion ist auf einmal wieder weg und das üble Geschwätze beginnt wieder von neuem. Und ehe sich der Suchende versah, war er dort, wo er angefangen hatte - in der üblen Nachrede und den verbunden Lernthemen gefangen. Nur die Disziplin des Geistes, die konstante Beobachtung des eigenen Selbst hilft am Weg zu bleiben. Sonst mache ich Umwege. Diese sind nicht "falsch", sondern einfach nur Umwege. Nehme ich Umwege jedoch bewusst in Kauf, entsteht dies aufgrund von "Trägheit", "Sturheit", "Mangel an Annahme", "Angst vor der Konsequenz" oder andere der vielen möglichen
Zwillingseigenschaften, die noch nicht integriert sind.
All dies klingt nun nach "harte Arbeit". In gewisser Weise ist es dies, doch die Belohnung ist ein Glücksempfinden, eine veränderte Wahrnehmung die kein Geschwätze, Ärgern oder Sorgen kennt. Es ist Ruhe, Frieden, Liebe, Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Rechtschaffenheit und vor allem Freiheit. Freiheit von der Illusion. Freiheit von Schmerz. Der Geist ist nicht mehr gebunden an die Spiegelungen der Täuschung, der Illusion, der Maya. Kleine Freuden rühren nicht mehr von scheinbar wichtigen Aktivitäten her sondern große Freuden sind das Geschenk aus der Verschmelzung mit dem unendlichen Geist Gottes. Umfassendes Glück wartet auf jeden von uns.
Und wir haben den freien Willen die Entscheidung zu treffen, direkt auf dieses Ziel zuzugehen oder Umwege einzuschlagen. Spirituelle Disziplin, ist jener direkte Weg und eine Säule des achtfachen Yoga Pfades.