Ängste, Ablehnung und Zweifel zurücklassen - dank Phyllis Krystal
Ablehnung, Zurückweisungen - wen quälen diese Ängste nicht? Werde ich von meinem Partner, Familie, meinen Freunden, Verwandten, Bekannten,… bedingungslos geliebt? Welche infantilen Ängste steigen in mir unbewusst oder auch bewusst hoch, wenn ich auf Ablehnung stoße bzw. abgelehnt werde?
Phyllis Krystal beschreibt äußerst brillant dieses so tiefgehende Thema. Im ersten Teil des Buches beschäftigt sie sich mit der Neuprogrammierung und Vorbereitung von Erwachsenen und Lehrern. Weiters beschreibt sie im ersten Teil des Buches, wie man die "negativen - belastenden" Bindungen zu den Eltern löst. Die Kindererziehung vom Säuglingsalter bis zur Pubertät ist ein wichtiger Punkt, den Phyllis Krystal sehr ausführlich behandelt.
Besonders interessant war für mich das Thema „Süchte“ (Seite 86). Die Autorin beschreibt hier die Süchte unserer Zeit. Abgesehen von Drogen und Alkohol ist auch die Konsumsucht in unserem Lebensraum weit verbreitet. Das Wort „Sucht“ kommt von „siechen“ und das bedeutet an einer Krankheit leiden. Somit ist die Sucht eine Krankheit, in der es um die Suche geht, obwohl das Wort Suche in dem Sinn nix damit zu tun hat. Es geht dabei um einen Mangel, der uns ständig von den Medien (im Außen) vorgegaukelt wird. Dieser Mangel ist es der uns immer wieder antreibt neue, bessere und schönere Dinge zu kaufen oder haben zu wollen. Es ist ein Zwang. Ruhe – nein Ruhe kehrt nicht ein, wenn man dann dies oder jenes gekauft hat. Es geht immer weiter…. Das Ziel der Zufriedenheit kann so nicht erreicht/erkauft werden. Die Katze beist sich selbst in den Schwanz.
Der zweite Teil des Buches bietet die Möglichkeit sich auf die Reise zu sich selbst zu machen. Mit der Frage: „Wer sind wir und warum sind wir hier?“ stellt Phyllis Krystal etwas in den Raum, dass ich mit meinem Verstand nicht beantworten konnte. Ich bin seit vielen Jahren auf der Suche nach mir selbst und nach dem Sinn des Lebens.
Die Autorin beschreibt das Thema „Teil-Persönlichkeiten“ sehr eindrucksvoll. Die Beispiele lockern das doch sehr anspruchsvolle Thema wunderbar auf. Ganz interessant war und ist für mich das Kapitel „Sich von Rollen lösen“. Die Frage: „Wer bin ich wirklich!“ beschäftigt mich nach wie vor. Auch das Erkennen, Annehmen und Ablegen der/meiner Masken wird mir durch das Buch erleichtert. Ich glaube, dass das Maskenselbst sehr viel mit Ablehnung und Angst zu tun hat. Durch die Angst vor Ablehnung werden diese Masken erst richtig stark. Schon in der Kindheit werden wir auf das Maskentragen und sich mit der Maske identifizieren konditioniert. Kinder spüren genau, dass wenn sie so (brav, lieb, gescheit,…) sind, bekommen sie Lob, Anerkennung und Zuneigung. Papa und Mama haben DICH dann lieb! Das zieht sich bis ins Erwachsenenalter. Aus Angst vor Zurückweisungen und „Liebesentzug“ ist es doch leichter sich zu verbiegen obwohl es (der Seele – dem wahren Selbst) wehr tut? Mir persönlich war bis vor Kurzem nie bewusst, dass ich mein Licht mit dem Tragen der Masken unter den Scheffel stelle. Eigentlich hatte ich sogar Angst vor meinem eigenen Licht.
Im vorletzten Kapitel beschäftigt sich die Autorin mit Träume bzw. Trauminterpretationen. Es ist außerordentlich spannend. Was es bedeutet, wenn man von einer Katze träumt? Wie kann man einen Traum deuten, in dem ein Boot oder Schiff vorkommt? Und was hat es mit wilden Tieren wie Elefanten oder Löwen auf sich…? Phyllis Krystal gibt einen wunderbaren Einblick in das Reich der Träume.
Kurz gesagt, das Buch ist fabelhaft und ich kann es absolut weiterempfehlen. Es gehört zu meinen persönlichen Lieblingsbüchern.
(Ich verrat euch nun mein Geheimnis zu diesem Buch: Ich hab es überall hin mitgenommen und immer wieder gelesen - oft auch nur Teile daraus. Da ich das Buch mit zum See im Sommer, zum Mittagessen und ins Bett mitgenommen hab, hat es einiges abbekommen. Ich hab versehentlich Kaffee drauf gepatzt, Spaghetti aglio e olio und Cola. Des Öfteren hab ich drauf geschlafen - gewisse Seiten waren einfach nicht mehr lesbar. Zerknittert, zerrissen und leicht eingespeichelt 
! Da war klar, ich brauch ein neues, weil dieses Werk darf keinesfalls in meiner Bibliothek fehlen.)
Viel Spaß beim Lesen und „Arbeiten“ :)
Von Herzen,
Elisabeth Kröpfl
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